Test: Jeep Renegade – Kleiner Knuddel

Jeep Renegade: Sondermodell 75th Anniversary. Foto: spothits/Jeep
Jeep Renegade: Sondermodell 75th Anniversary. Foto: spothits/Jeep

Den Renegade Trailhawk habe ich bereits einmal gefahren; seine 170 PS geben dem Kleinen das bullige Aussehen eines echten Jeep, so wie der Teddybär von Margarete Steiff sich vom Braunbär aus den Weiten Kanadas unterscheidet. Selbst als kleinster aller Jeeps fühlt er sich hinter der jeeptypischen Front immer noch als Herr aller Ringe an (bzw. der acht Grillstäbe), der mit seinen Mitbewerbern rundrum mithalten kann, egal, ob sie aus dem gleichen elterlichen Hause kommen oder japanischen oder koreanischen Ursprungs sind.

Vortrieb des Turbo-Diesel ist ausreichend

Im jetzt gefahrenen Mini-Jeep Sondermodell zum 75. Geburtstag des Urjeeps arbeitet ein Diesel mit Turbo-Unterstützung. Der allerdings läßt die Kraft der Turbopower nicht so recht spüren. Auch wenn die schwächere Leistung immer noch ausreichend Durchzugskraft und Antrieb auf alle vier Räder und auch noch ausreichend Platz auf kleinstem Raum bietet. Und natürlich mit seiner rundlich knuffigen Form, die eben grade mal die Technik abdeckt, auch noch fast wie ein echter Willys aussieht. Und weil er so niedlich wie ein kuscheliger Teddybär ist, beschert er Jeep auch in Deutschland reichlich Zulassungsanteil.

Der Untergrund spielt keine Rolle

Dieser knuffige kleine Renegade würde sich bestimmt wie schon sein Ahnherr vom Aussehen her am liebsten in Schlammlöcher und Bachbetten stürzen. Nachdem es die aber derzeit kaum gibt im Odenwald, waren Waldwege und Schotterstraßen steil bergauf, bergab die Wahl der Testuntergründe, über die der kleine jedoch meisterhaft kletterte und fetzte und auf glattem Asphalt besonders die kurzen, windenden Kurven der Zotzenbach und Eichenbühl-Bergrennstrecken liebte. Obwohl wir an diesen schnellen Kurven die zupackende Doppelkupplung und die 30 PS mehr des Trailhawk vermissten. Und im Vergleich zum Vetter aus der 500er-Baureihe, insbesondere dem Abarth, merkt man im Renegade den Geländewagen spürbar.

“Für harte Kerle”

Innenausstattung, Komfort und Fahrerassistenz des Renegades entsprechen dem heutigen Standard; zur Serienausstattung hat Jeep dem Testwagen als Zusatzausstattung ein schwarz lackiertes Dach sowie das Technologie-Paket mit Totwinkel- und Parkassistenten sowie die Rückfahrkamera und Parkview dazugegeben und das Sichtpaket mit Bi-Xenon-Licht und Fernlichtautomatik. Ein Manko ist der etwas zu klein geratene Kofferraum, der eben mal zwei Getränkekästen faßt. Schön wären elektrisch verstellbare Sitze gewesen. Aber ein Willys-Nachfahre muß eben als harter Kerl genommen werden, auch wenn er zum Knuddeln aussieht.

spothits/Heiner Klempp

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